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Open Social und die große Sehnsucht nach Social Network Portability

Open Social ist seit letzter Woche in aller Munde. Google und seine Partner der ersten Stunde (u.a. Xing und MySpace) haben das Thema geschickt platziert und einen enormen Buzz erzeugt. Dass das Thema auch auf dem Barcamp Berlin eingeschlagen war, spürte man in verschiedenen Sessions am Samstag. Etwa einhundert Teilnehmer zeigten, dass open social mit mehr Wünschen versehen ist, als es eigentlich (zumindest in der aktuellen Version) bieten kann. Sowohl die Session zu OpenID von Lukas Rosenstock und die Session zu Open Social von Christian Scholz und David Recordon von six apart zeigten, dass noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist, bis die Idee hinter Open Social verstanden wird.
Deshalb wollen wir hier in aller Kürze noch einmal zeigen was hinter Open Social steckt und was nicht – und welche Auswirkungen Open Social auf die großen und kleinen Netzwerke hat.

Open Social ist eine Programmierschnittstelle, die vereinheitlicht, was Facebook mit F8 und andere Social Networks für ihre jeweilige Umgebung geschaffen haben. Sie bietet momentan in erster Linie Entwicklern von Social Networking-Applikationen die Möglichkeit ihre Applikationen einheitlich für alle angeschlossenen Social Networks zu schreiben. Die Social Networks (im Open Social Kontext “Container” genannt) haben den Vorteil, dass für jedes noch so kleine Social Network eine Reihe von Applikationen existieren wird, auf die ihre Mitglieder zugreifen können.
Open Social bietet zum Start drei Schittstellen an:

  • People and Friends: Zugriff auf Profildaten und Freundesbeziehungen
  • Activities: Dieses Schnittstelle bietet Zugriff auf die Aktivitätsfeeds in den Communities. Die Funktion ist ähnlich der des bei six groups implementierten Mini-Feeds. Was passiert in meiner Community, bei meinen Freunden, in meinen Gruppen.
  • Persistence: zentrale Speicherung der Inhalte und globale Verfügbarkeit dieser

Was bietet Open Social nicht?

  • Keine SN Portability Funktion: Auch wenn in der Open Social Session auf dem Barcamp gemutmaßt wurde, dass eine Applikation über die People and Friends-Schnittstelle Zugriff auf die Mitgliedsdaten erhalten kann und darüber die Mitglieder und deren Kontakte (Social Graph) auslesen könnte, ist es nicht annähernd wahrscheinlich, dass so ein Fall eintreten wird. Solch Verhalten von Applikationen wird innerhalb von Open Social wahrscheinlich mit sofortigem Ausschluss geahndet. Mitglieder in Social Networks können also nicht mitsamt ihren Freunden und Kontakten (Social Graph) von Netzwerk zu Netzwerk wechseln.
  • Keine Authentifizierung: Open Social dient in der jetzigen Version nicht als ID Provider. Man kann also keine Authentifizierung a la OpenID über OS-Services vornehmen. Sehr wohl aber nutzt Open Social intern OAuth so dass später Cross-networking Authentifizierung zwischen teilnehmenden Networks möglich werden kann.

Was bedeutet das für die großen und kleinen Netzwerke?

  • Zugriff auf eine Vielzahl von Applikationen: Funktions- und Featureunterschiede von Social Networks nehmen ab. Der strategische Vorteil von Facebook mit mehreren tausend Applikationen ein Alleinstellungsmerkmal zu besitzen geht dahin.
  • (Noch) keine Social Network Portability. Der Traum von portablen Freundesnetzwerken lässt also nach wie vor auf sich warten.

Trotz hochkarätiger Besetzung der Sessions sind noch eine Reihe von Fragen offen geblieben:

  • Wie werden die Applikationen gemanaged. Welche Auswahl bei dem Angebot an Gadgets haben die Social Networks? Muss MySpace jetzt alle Open Social Applikationen seinen Nutzern zur Verfügung stellen?
  • Wer monetarisiert den Traffic, der über die Apps erzeugt wird? Kann der Applikations-Betreiber dort Adsense schalten, oder gar Google zentral die Vermarktung übernehmen oder hat der Container (das Social Network) Möglichkeiten, den Traffic über eigene Werbevermarktung zu monetarisieren?
  • Funktionieren die Apps überall gleich? Oder werden unterschiedliche Restriktionen verschiedener Social Networks wiederum dazu führen, dass mehrere Applikationen bereitgestellt werden müssen?
  • Welchen Einfluss hat Google?
  • Die komplette Liste der offenen Fragen gibt es bei David Recordon.

Was bedeutet Open Social für six groups?
Beteiligung an open social: Wir hatten für six groups geplant, eine Facebook-kompatible Schnittstelle anzubieten, auf der die bisher für Facebook entwickelten Anwendungen in unsere Communities eingebunden werden können. Mit Open Social wird diese Idee auf strukturierte und stabile Beine gestellt. Allerdings ist Open Social bisher kaum dokumentiert und erste Applikationen sind innerhalb kürzester Zeit gehackt worden. Wir werden dort auf eine Konsolidierung und Stabilisierung der Schnittstelle warten, bevor wir Open Social unterstützen und implementieren.
Neben Open Social werden wir OpenID Authentifizierung anstreben und planen OpenID-Provider zu werden.